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	<title>Menschen Archive - Nevermind Blog</title>
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	<description>Der Blog über Gedanken, Menschen &#38; Geschichten</description>
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	<title>Menschen Archive - Nevermind Blog</title>
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		<title>In Zeiten wie diesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Apr 2021 12:05:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das tut gut. Wieder hier zu sein und zu schreiben. Ich habe es sehr lange [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nevermindblog.de/in-zeiten-wie-diesen/">In Zeiten wie diesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://nevermindblog.de">Nevermind Blog</a>.</p>
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<p>Das tut gut. Wieder hier zu sein und zu schreiben. Ich habe es sehr lange vor mir hergeschoben. In Gedanken war ich oft hier. Ich habe selbst nochmal viele Texte gelesen. Ich habe angefangen etwas zu schreiben. Es wieder gelöscht. Ich habe mich gezwungen: </p>



<div class="quote">Du musst jetzt endlich wieder etwas schreiben.<p class="quote-author">ich</p></div>



<p>Das hat am aller wenigsten funktioniert. Dann habe ich es einfach irgendwann gelassen und mir gedacht: „Toll, jetzt hast du wieder etwas angefangen und es nicht richtig auf die Reihe bekommen“. Und dann saß ich da. Gestresst von meinem eigenen Projekt. Enttäuscht darüber, dass ich einfach nicht mehr so leicht und ungezwungen etwas schreiben konnte. Dann habe ich mir bewusst Zeit genommen, das letzte Jahr nochmal gedanklich zu durchlaufen. Es war voller Höhen und Tiefen. Der Ausnahmezustand wurde immer mehr zur Normalität. Die Hoffnung, es würde alles bis Ende des Jahres vorbeigehen, wurde bitter enttäuscht. Der vermeintlich leichte Sommer hat uns aufatmen lassen. </p>



<p class="big-text "> Die Sonne hat uns aufgewärmt. Und dann kam der unerbittliche und kalte Winter.</p>



<p>Und das neue Jahr begann genauso, wie das alte Jahr aufgehört hat. Mit Frustration, Angst und Ermüdung. Und zwischen allen diesen Herausforderungen durfte ich auch so unglaublich viele wunderbare und hoffnungsvolle Momente erleben. Es ist viel passiert. Es gab viele Veränderungen, für die ich sehr dankbar bin. Ich war mutig und wurde belohnt. Und zwischen allen diesen Glücksmomenten und Schreckensnachrichten ist dieser Blog entstanden. Erst jetzt ist mir bewusst geworden, dass das alles sehr viel war. Und manchmal darf auch alles zu viel sein. Aber am Ende des Tages ist das hier so wichtig für mich. Das Schreiben. Das in Worte fassen und etwas mit euch teilen. </p>



<p class="big-text "> Es hilft mir sehr und genau das war der Grund, warum ich es angefangen habe. Und genau das ist auch der Grund, warum ich immer weitermachen werde.</p>



<p>Aber in Zeiten wie diesen ist oft alles anders. Die Welt scheint so durcheinander wie noch nie. Mir fällt es zunehmend schwer durchzuhalten. Weiter positiv zu bleiben. Es gibt Tage und auch Wochen, da halte ich es kaum aus, die Nachrichten anzuschauen. Die Situation macht mir oft Angst. Ich sorge mich um meine Familie. Ich vermisse das ungezwungene und spontane Zusammensein mit meinen Freunden. Und das jetzt schon seit so langer Zeit. Aber genau jetzt ist es wichtig sich in Geduld zu üben. </p>



<div class="quote">Weiterzumachen. Durchzuhalten. Die vielen kleinen Dingen zu schätzen, die immer noch möglich sind. Wir können trotzdem alle miteinander verbunden sein.<p class="quote-author">ich</p></div>



<p>Uns wird bewusst, was wirklich wichtig ist. Lasst uns alle zusammen weitermachen. Jeder einzelne von uns kann so stolz auf sich sein: Mütter &amp; Väter, die ihre Kinder durch diese schweren Zeiten begleiten, die an ihre eigenen Grenzen kommen und trotzdem noch Verständnis für die Einschränkungen aufbringen. Selbstständige, die mit Optimismus, neuen Ideen und unermüdlichem Einsatz versuchen nicht unterzugehen und für uns alle ein Leben nach der Pandemie zu halten. Lehrerinnen &amp; Lehrer, die Tag für Tag vor neuen Herausforderungen stehen und sich mit größter Anstrengung für die Schülerinnen &amp; Schüler einsetzen. Pflegerinnen &amp; Pfleger, Ärztinnen &amp; Ärzte und alle Menschen die im medizinischen Bereich tätig sind &#8211; eine unglaubliche Aufgabe. Mein größter Respekt verbunden mit der Hoffnung, dass sich die oft unhaltbaren Arbeitsumstände und das Ansehen für diese Berufsgruppen verbessern werden. </p>



<p class="big-text "> Und jeder einzelne von uns – egal wie und wo wir leben. Egal wie unsere Lebenssituation gerade aussieht. Wir alle kämpfen uns durch diese Zeit.</p>



<p>Und ich bin mir sicher: wir stehen das durch. Vielleicht hilft es eben auch wie Lukas in seinem Text geteilt hat manchmal einfach wie ein Kind zu sein. Sich über das alltägliche zu freuen wie ein kleines Kind mit leuchtenden Augen. Ich werde es versuchen – macht ihr mit?</p>
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		<title>&#8222;Never stop playing&#8220; by Lukas Wetzel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Nov 2020 19:38:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es freut mich sehr, dass ich heute den Text von Lukas mit euch teilen darf. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nevermindblog.de/never-stop-playing-by-lukas-wetzel/">&#8222;Never stop playing&#8220; by Lukas Wetzel</a> erschien zuerst auf <a href="https://nevermindblog.de">Nevermind Blog</a>.</p>
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<p><em>Es freut mich sehr, dass ich heute den Text von Lukas mit euch teilen darf. Ein Freund aus Schulzeiten &#8211; von dem ich lange nichts gehört habe. Lukas hat meinen Blog gelesen und sich als leidenschaftlicher Schreiber geoutet. Wir haben uns ausgetauscht und dann die Idee gehabt, etwas gemeinsam zu starten &#8211; et voilá: ein Gastbeitrag! Meine Gedanken zum Thema folgen im nächsten Beitrag. </em></p>



<p>P<em>.S.: Dein Text rockt, Luke! Auf weitere Schreib-Cooperations. </em> </p>



<p>„Never stop playing“ &#8211; diese Zeile lese ich, sobald ich aus meinem WG-Zimmer trete. Sie steht auf einer der Postkarten, die meine Türe zieren. Darauf abgebildet ist ein Mann, der mit einem Bein auf einem Stein balanciert, bei einem sagenhaften Morgenrot. Keine Frage, das Leben verlangt Balancekünste von uns &#8211; wenn Träume platzen, Pechsträhnen anhalten oder das Schicksal zuschlägt. Corona hat mich, wie viele andere, vor den Computer zuhause verbannt. Ich studiere Soziale Arbeit. Irgendwann wurde ich melancholisch. Geliebtes Studentenleben passé! Doch jeden Tag stolpre ich über die Karte. </p>



<div class="quote">Never stop playing.<p class="quote-author">Was steckt nur dahinter</p></div>



<p>Klar, ich bin kein Kind mehr. Aber ein Leben ohne Spiel, das wäre ja purer Ernst! Corona macht das Leben jedoch ernster, nimmt mir die Unbeschwertheit. Allein die Masken, die ein schönes Lächeln überdecken. Umso wichtiger ist es für mich, das Spielkind in mir zu entdecken. Wild drauf loskritzeln, Fange spielen, Grimassen schneiden. Kinder freuen sich über Winzigkeiten. Die kann ihnen auch kein dämliches Virus nehmen. Doch wie stehts bei mir mit den kleinen kindlichen Freuden?&nbsp; &nbsp;</p>



<p class="big-text "> Postkarten ziehen mich magisch an. Dicke Wälzer weg &#8211; vielleicht steckt die Wahrheit ja in kurzen Sätzen, die auch ein Kind versteht!</p>



<p>Ich bin auf der Suche nach Sprüchen, die mich aufhorchen lassen. Nach und nach habe ich meine Zimmertüre zugekleistert mit Karten: „Einfach. Zufrieden. Sein“. „Egal, wie viel Kekse du isst, Schuhe passen immer“. Oder mein Corona-Liebling: „Komme, Was <em>Wolle</em>“, darauf abgebildet ein ungeschorenes Schaf, das den Betrachter gelassen anblickt.</p>



<p>Seit Kurzem arbeite ich im Fairkauf in Weingarten, einem Second Hand Laden. Bei der Arbeit fühle ich mich wie ein Kind im Spielzeugladen. Jeden Tag kommen kartonweise Sachen im Lager an. Manchmal gibt’s richtige Volltreffer: Saugroboter, Massagegerät, Crêpes Maker. Crêpes machen, während der Saugroboter putzt? Und nach dem Essen eine Massage? Sehr verlockend! Ich muss das Kind in mir bremsen, es würde am liebsten den halben Spielzeugladen ausräumen.</p>



<p>Mandalas ausmalen &#8211; ist doch Kindergarten. BK war für mich früher aber eher Freistunde als Leidenschaft. Dann bin ich wohl im Kindergarten genau richtig. Im Buchladen habe ich zu „Colorful Moments &#8211; Ausmalen &amp; Entspannen“ gegriffen. Meine Buntstifte sind griffbereit. Ich spiele smoothen Bluesrock. Für die Nase gibt’s verdampfendes Lavendelöl, für den Gaumen Grünen Tee. </p>



<p class="big-text "> Und los geht’s! Eine Stunde lang Kindergarten, Tiefenentspannung und Fröhlichkeit.</p>



<p>Nichts sehen, hören, riechen, schmecken und spüren &#8211; ein Leben ohne Sinne wäre im wahrsten Sinne des Wortes sinnlos. Gegenüber meiner Wohnung ist ein kleines Kunstatelier. Beim Betrachten eines Gemäldes bekam ich Gänsehaut. Das Bild stellt diese Sinnlosigkeit so intensiv dar. Ein Bürokrat mit Glatze im weißen Hemd ist darauf zu sehen. Hölzerne Wäscheklammern klemmen seine Augen, Ohren, Nase und Mund zu. Völlig ausdruckslos, völlig gefühllos starrt der Mann mich aus dem Bild heraus an. Der Sinn der Postkarte mit dem Balancekünstler erschließt sich mir in diesem Moment völlig: „This bureaucrat stopped playing!“ So leblos wie der Bürokrat möchte ich auf keinen Fall werden. Ich will nicht aufhören, zu spielen. Ich will auch mal Kind sein.</p>



<p>In meiner Wohnung liegt eine Sammlung Asterix-Hefte, die ich als Kind verschlungen habe. Kann man zu alt für Asterix sein? Nein! Die Comics sind die perfekte Lektüre nach 30 Seiten Sozialmedizin. Beim Lesen denke ich an meine Postkarten. Von den Galliern könnte ich mir eine Scheibe abschneiden. „Einfach. Zufrieden. Sein“ &#8211; das leben die Gallier doch vor. „Komme, was wolle“ &#8211; die Gallier haben nur Angst davor, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Oder das Lebensmotto von Obelix: „Egal wie viel Wildschweine du isst, Schuhe passen immer“.</p>



<p>Ganz Spielkind bin ich beim Basketball. Dribblings, Würfe, Pässe &#8211; alles geschieht blitzschnell, mal reflexartig, mal kontrolliert. Beim Basketball fühle ich mich so lebendig wie mit 14, als ich zu spielen begann. „Never stop Playing“! </p>



<p class="big-text "> Solange mein Körper „mitspielt“, will ich weiter Basketball spielen. Auf dem Court kann ich für ein paar Stunden Corona und alle anderen Sorgen vergessen.</p>



<p><em>Lukas Wetzel. </em></p>
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		<title>Wir gehören doch alle zusammen, oder?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2020 20:27:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte von Didar zu schreiben hat mich wirklich herausgefordert. Es fällt mir schwer in [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Geschichte von Didar zu schreiben hat mich wirklich herausgefordert. Es fällt mir schwer in Worte zu fassen, was er mir erzählt hat. Ich kenne Didar durch meine Arbeit nun seit fast zwei Jahren. Schon nach unserem ersten Treffen war mir klar, dass er seinen Weg gehen wird. Als er mir jedoch sagte, er wolle Kameramann werden und Filme drehen, war ich zuerst unsicher, ob das ein realistischer Wunsch ist. Nachdem ich seine Geschichte kenne, weiß ich, dass es seine Berufung ist.</p>



<p>Zum Interview treffen wir uns in Ravensburg in einem Café. Es ist sehr heiß und der Himmel sieht nach Gewitter aus. Wir setzen uns trotzdem nach draußen – was wir später noch bereuen werden. Wir beginnen die Geschichte ganz am Anfang. Didar ist 23 Jahre alt und Jeside. Er lebte mit seiner Familie in Shingal im Nordirak. Die Jesiden sind eine ethnisch-religiöse Minderheit die hauptsächlich im Nordirak, Nordsyrien und der östlichen Türkei leben. In Deutschland lebt die größte Gemeinschaft von Jesiden außerhalb des Nahen Ostens mit rund 200.000 Menschen. Seit August 2014 sind die Jesiden einem andauernden Genozid ausgesetzt. Der Islamische Staat überfiel die Shingal Region und tötet laut Schätzungen der UN rund 5.000 Jesiden – an nur einem einzigen Tag. Tausende von Frauen wurden versklavt und verschleppt. Über 400.000 Menschen wurden aus der Heimat vertrieben – einer davon war Didar. </p>



<p><div class="quote">Wir waren schon im Irak Flüchtlinge – meine Heimatstadt war komplett zerstört. Über ein Jahr haben wir in einem Flüchtlingslager gelebt und gehofft, wieder zurück zu können<p class="quote-author">Didar</p></div>.</p>



<p>Didars Cousin ging zurück nach Shingal, nachdem die Stadt befreit wurde. Als er ins Flüchtlingslager zurückkehrte fand er nur ernüchternde Worte: „Nicht in 1.000 Jahren können wir diese Stadt wiederaufbauen“. Der Entschluss stand fest – eine Zukunft im Irak gab es für Didar und seine Familie nicht mehr. Nach über einem Jahr im irakischen Lager, musste Didar Abschied nehmen. Man könnte meinen, das fällt nicht schwer. Doch Didar hatte im Lager Freunde gefunden, die zu Familie wurden. „An meinem letzten Abend haben sich alle meine Freunde in einem Café versammelt und ich musste sagen, dass ich jetzt gehen werde. Wir haben alle geweint!“.</p>



<p>Didar kam am 1. Dezember 2015 mit elf weiteren Familienmitgliedern in Deutschland an. In Passau, der Ort an dem ich zu diesem Zeitpunkt studiert habe. Wenn ich an die Bilder zurückdenke, als beinahe täglich hunderte Menschen zu Fuß über die Grenze von Österreich nach Deutschland gelaufen sind, bekomme ich noch heute Gänsehaut. Es folgten für Didar und seine Familie zahllose Stationen quer durch Deutschland. Von Unterkunft zu Unterkunft. Mit den Mitbewohnern gab es öfters Probleme – teilweise waren die Konflikte so heftig, dass die Personen getrennt werden mussten. Nach einem Jahr kommen die Murads endlich an – in Friedrichshafen am Bodensee.</p>



<p>Seinen ersten Fotoapparat bekam Didar von seinem Vater – schon im Irak. „Ich habe angefangen, andere zu beobachten, wenn sie Bilder machen. Eines Tages habe ich einen Fotografen getroffen und ihm meine Bilder gezeigt. Er war überrascht und meinte, ich habe ein besonderes Gefühl für das richtige Bild“. </p>



<p class="big-text "> Als Didar beginnt über seine Erfahrungen mit der Kamera zu sprechen, fängt er an zu strahlen. Man kann spüren, dass er seine Leidenschaft gefunden hat.</p>



<p>Eine Geschichte ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. „Als wir im Lager im Irak gelebt haben, taten mir besonders die vielen Kinder leid, die dort schwer traumatisiert gelebt haben. Sie konnten nicht mehr lachen. Aber sollten Kinder nicht immer Grund haben zu lachen? Ich habe begonnen Fotos von den Kindern zu machen und sie ihnen gezeigt. Das bereitete ihnen so große Freude, dass sie irgendwann wieder lächeln konnten“.</p>



<p>An dieser Stelle müssen wir das Interview abbrechen – es beginnt in Strömen zu regnen. Wir schaffen es gerade noch alles zusammenzupacken und schnell das Bild von uns zu machen. Nass vom Regen und unter irgendeinem Vordach. Vielleicht schaffen wir es ja noch irgendwann ein richtig schönes Bild von uns zu machen, was meinst du, Didar? </p>



<p>Die restlichen Fragen beantwortet Didar mir per Sprachnachricht. </p>



<p class="big-text "> Ich höre mir diese Nachricht immer und immer wieder an und kann kaum glauben, was er für schöne Sätze gefunden hat.</p>



<p>Was er gerne filmen würde, habe ich ihn gefragt. „Menschen – ganz klar. Am schönsten sind die alltäglichen Geschichten. Die Geschichten über Menschen – glückliche, gute, traurige, aber schöne Geschichten. Das Leben eben.“ Er beschreibt eine Szene, in der man eine Kirche, eine Moschee und verschiedene Tempel sehen kann. „Wir gehören doch alle zusammen, oder? Egal welche Religion und welche Herkunft. Kinder spielen doch auch alle gemeinsam.“ Ich lasse dieses Bild auf mich wirken. Es berührt mich, dass Didar es so sehen kann – nachdem er aufgrund seiner Religion, seiner ethnischen Herkunft fast sein Leben verloren hätte und sein Land verlassen musste. „Ich wünsche mir von meinen Mitmenschen, dass wir aufhören zu hassen. Denn ich kann Hass nicht verstehen. Wieso können wir einander nicht einfach helfen? &nbsp;Egal ob Flüchtlingen, Obdachlosen, Alten oder Kranken – das ist unsere Verantwortung.“</p>



<p>Das alles hört sich so einfach an. In der Realität finden wir doch leider oft genau das Gegenteil. Umso mehr freut es mich für Didar, dass er so großes Glück hatte. Er konnte gerade ins zweite Ausbildungsjahr als Mediengestalter für Bild und Ton zu einem Fernsehsender nach München wechseln.  Wir konnten ihm mit Hilfe von Kontakten sogar ein bezahlbares Zimmer vermitteln – eine pensionierte Ärztin bietet in ihrem Haus in bester Lage in München Wohnraum für junge Menschen an, die sonst kaum eine Chance haben etwas zu finden. Das klingt nach einem tollen Neuanfang.</p>



<div class="quote">Was würdest du gerne an deinem Leben ändern?<p class="quote-author">Meine letzte Frage an Didar</p></div>



<p>„Ich möchte mich mehr trauen &amp; sagen was ich fühle. In letzter Zeit war ich oft einsam – ich bin nicht alleine, es gibt viele Menschen um mich herum. Aber trotzdem fühle ich mich manchmal einsam“. Nach diesen Worten muss ich kurz innehalten. Ich verstehe was Didar meint. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es für viele Geflüchtete schwer ist, verstanden zu werden und Anschluss zu finden.</p>



<p>Lieber Didar, ich wünsche dir von Herzen alles Gute für deinen weiteren Weg. Ich bin mir sicher, deine Zukunft wird großartig sein. Ich danke dir für deine Offenheit. Ich habe durch dich sehr viel gelernt – über die Geschichte der Jesiden und über den Mut seinen eigenen Weg zu gehen.</p>



<p>Weißt du Didar, was du später irgendwann einmal verfilmen solltest? <br>Dein Leben.</p>
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		<title>Der letzte Tag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2020 17:09:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gefühle]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Dieser Text soll Mut machen und Hoffnung geben. Er ist für alle, die ähnliches durchmachen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dieser Text soll Mut machen und Hoffnung geben. Er ist für alle, die ähnliches durchmachen müssen oder erlebt haben. Das Leben geht weiter und das Leben ist schön. Denkt immer daran!</p>



<p>Es ist mir sehr schwergefallen, den richtigen Anfang für diesen Text zu finden. Wo fängt man an, wenn alles zusammenhängt? Der Moment, in dem sich mein Leben grundlegend geändert hat. Ich war 19 Jahre alt, da stand meine Welt still. Um genau zu sein, stand sie schon die eineinhalb Jahre davor still. Seit dem Moment, an dem meine Mama mir erklärt hat, der Krebs ist zurück. Er ist einfach wiedergekommen. Wie ein ungebetener Gast hat er sich wieder in unser Leben gesetzt. Ich kann mir ein Leben ohne diese Krankheit gar nicht vorstellen. Irgendwie hat er schon immer dazu gehört. Und wir hatten fast schon keine Angst mehr davor. Wenn man ungeliebte Dinge oder Probleme akzeptiert, kann man irgendwie ganz gut damit leben. Aber dieses Mal war es anders. Es war schon in dem Moment, als sie es ausgesprochen hat, bedrohlicher. Ich konnte es damals nicht verstehen, warum es ausgerechnet uns passieren muss. Wieso meine Mama? Ich empfand es als eine unbeschreibliche Ungerechtigkeit. Ich bin davor weggerannt – konnte all das Leiden nicht ertragen. Die Hoffnung, dass es doch noch ein Wunder geben wird. Meine Mama hat mir immer das Gefühl gegeben, kein Tag ist umsonst – egal wie schrecklich er auch war. Sie hat es mit einer unfassbaren Würde getragen. Ich mit weitaus weniger. Hätte ich nicht meinen damaligen Freund, seine Familie und meine Freunde um mich gehabt – ich weiß nicht, ob ich es so überstanden hätte. Die Zeit kommt mir heute wie eine Ewigkeit vor, dabei waren es nicht mal zwei Jahre. Es gab unzählige Höhen und Tiefen. </p>



<p>An einen ganz besonderen Moment erinnere ich mich noch sehr genau. Ich saß mit meiner Mama draußen im Garten und wir unterhielten uns über alles mögliche – belangloses. Plötzlich fing sie an laut zu lachen. Ich sah sie verwundert an und fragte sie, was denn jetzt bitte so lustig sei. Sie sah mich an und sagte: „Ich muss gerade daran denken, wie ich früher als du klein warst, die Süßigkeiten versteckt habe und ich dich dann heimlich beobachtet habe, wie du danach gesucht hast.“ Sofort wusste ich wovon sie sprach – ich habe wirklich jede einzelne Schublade im Haus durchsucht. Ich musste laut mitlachen bei der Vorstellung, wie sie mich bei meiner Suchaktion beobachtete. &nbsp;Sie nahm meine Hand und sagte: „Erinnere dich an diese tollen Geschichten. Sie werden dich immer an mich erinnern.“ Diesen Moment habe ich bis ins Detail abgespeichert.</p>



<p class="big-text "> Und nach all den Monaten des Kämpfens, des Hoffens und des Lebens kam der Moment des Loslassens.</p>



<p>Ich bin mir ganz sicher, es gibt keinen schwereren Moment, als einen geliebten Menschen gehen zu lassen. In dem Moment als meine Mama diese Welt verlassen hat, ist ein Teil von mir mit ihr gegangen – meine Unbeschwertheit. Lange habe ich versucht, diese wieder zu finden. Aber es ist okay, sie hat meine Leichtigkeit damals gebraucht, um weiter fliegen zu können. Dafür hat sie mir so vieles dagelassen. Ihre Stärke, ihre Lebensfreude, ihren Mut und ihren Optimismus. Diese Eigenschaften haben mich durch viele sehr schwere Tage getragen. Oft hatte ich Angst, man sieht mir diesen Verlust und meine Verletzlichkeit an. Ich habe mir oft gewünscht, zu sein wie die anderen. Meine Mama anrufen zu können, wenn mich etwas bedrückt. Mir meine Sorgen und Ängste von ihr nehmen zu lassen. Bei wichtigen Entscheidungen ihren Rat zu hören. Es gibt so viele Momente, da denke ich noch heute, dass sie die erste Person wäre, die ich anrufen würde.</p>



<p>Ich sehe sie heute vor mir, als wäre sie nie gegangen. Es vergeht kein einziger Tag, an dem ich nicht an sie denke. Manchmal höre ich sogar ihre Stimme. Ich habe manchmal das Gefühl, sie ist zu meinem Bauchgefühl geworden, das mir den Weg zeigt. Denn keine Worte können das beschreiben, was sie für mich war. Sie hat mir alles gegeben, was ich für ein gutes Leben gebraucht habe. Sie hat mir immer eine Orientierung gegeben, hat mich durch meine Kindheit und Jugend geführt. Sie hat nie den Kontakt zu mir verloren, auch als sie schon sehr krank war. Nicht einen einzigen Tag in meinem Leben, habe ich an ihrer Liebe für mich gezweifelt. Alles was ich heute bin, verdanke ich zum großen Teil ihr. Und so schwer es war sie gehen zu lassen &#8211; sie hat mir immer das Gefühl gegeben, ich darf auch ohne sie glücklich sein. </p>



<p>Diese Zeilen möchte ich euch ganz besonders mitgeben. Auch für mich ging das Leben weiter. Und ich finde es so unglaublich schön. Immer wenn ich schöne Dinge erlebe, denke ich an sie. An alle, die einen Verlust erleben müssen. Ihr seid deshalb nicht schwächer, angreifbarer oder verletzlicher. Ihr seid stärker und dankbarer. Vielleicht lebt ihr das Leben etwas intensiver, weil ihr eben wisst: nichts bleibt für immer.</p>



<div class="quote">Mama, du fehlst mir.<p class="quote-author">ich</p></div>
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		<title>Schicksal &#038; Chance</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jul 2020 08:06:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nach meinem letzten Beitrag über Laila – der doch einige unvorhergesehene Reaktionen ausgelöst hat &#8211; [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nevermindblog.de/schicksal-chance/">Schicksal &#038; Chance</a> erschien zuerst auf <a href="https://nevermindblog.de">Nevermind Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nach meinem letzten Beitrag über Laila – der doch einige unvorhergesehene Reaktionen ausgelöst hat &#8211; möchte ich euch etwas über meine Arbeit erzählen. Als Beraterin für Integration in Ausbildung begleite ich Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, auf Ihrem Weg in die Berufsausbildung. Egal woher, egal wie alt. Egal wie der rechtliche Status im Moment aussieht. Wir versuchen, Perspektiven aufzuzeigen.</p>



<p>Ein ganz klarer Arbeitsauftrag. Klingt eigentlich auch einfach, oder? Es ist allerdings alles andere als das. Es geht um viel mehr, als Berufsberatung und Ausbildungsverträge. Es geht um ganze Schicksale, die oft mit in eine Beratung gebracht werden. An manchen Tagen habe ich so viele unterschiedliche Probleme auf dem Tisch, dass ich an meine Grenzen komme. Ich muss immer wieder meine Meinung überdenken. Wer möchte, dass ich helfe und mich einsetze, von dem erwarte ich Ehrlichkeit und Offenheit. Bei Laila war es zu Beginn unserer Zusammenarbeit auch nicht einfach. Nachdem ich ihre Geschichte kannte und wie sie damals gewohnt hat, was sie alles beschäftigt hat, da konnte ich viel besser mit ihr umgehen. Und plötzlich hat sich alles gelöst. Aber auch bei ihr, war es ein langer Weg mit zahllosen Gesprächen.</p>



<p class="big-text "> Es ist wie bei jedem Beruf, der mit Menschen zu tun hat. Es gibt die positiven und die negativen Beispiele.</p>



<p>Es gibt die Menschen, die Ratschläge annehmen und es gibt diejenigen, die das nicht tun. Ich versuche in jedem Menschen das Gute zu sehen, die Potenziale und die Fähigkeiten. Auch wenn es in erster Linie um die berufliche Zukunft geht – die größten Erfolge können wir feiern, wenn man den ganzen Menschen sieht.</p>



<p>Letzte Woche hatte ich einen Termin mit einem jungen Mann, den ich schon seit zwei Jahren kenne. Er macht eine Ausbildung, ist sehr gut in der Schule, sein Deutsch ist fast perfekt. Vor fünf Jahren ist er mit Freuden aus Syrien nach Deutschland geflohen. Losgezogen sind sie mit einem Rucksack mit dem Notwendigsten – angekommen sind sie nur mit dem, was sie anhatten. Er hat mit größtem Engagement und Einsatz seinen Weg hier in Deutschland gemeistert. Jetzt saß er vor mir und zeigte mir sein wirklich gutes Zeugnis. Doch irgendwas bedrückte ihn. Ich habe nachgefragt. Er erzählt mir, dass sein jüngerer Bruder in Syrien in wenigen Monaten ins Militär eingezogen werden soll. Daran führt kein Weg vorbei, sobald er sein Studium abschließt. Die Fluchtwege sind versperrt. Der Libanon wird seine einzige Chance sein, nicht in den Krieg ziehen zu müssen. Und wer die Nachrichten verfolgt, der weiß, dass es im Libanon aktuell auch nicht gerade rosig aussieht – schon gar nicht für syrische Flüchtlinge. Und mit diesen Sorgen im Gepäck steht er nächste Woche wieder auf und geht zur Arbeit. Ich kann nicht beschreiben, wie sehr mich das oft selbst belastet.</p>



<p class="big-text "> Trotz all dieser oft sehr schweren Schicksale – es geht auch darum, die Chancen hier in Deutschland zu nutzen.</p>



<p>Und zu meiner Aufgabe gehört es das immer wieder zu betonen. Der ein oder andere würde sagen, ich bin da oft sehr streng. Integration funktioniert nur, wenn beide Seiten dazu beitragen – das habe ich jetzt gesagt, auch wenn das vielleicht eine neue Welle von Kritik auslöst. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das immer wieder betont werden sollte. Eine klare Linie. Auch in dem Fall des jungen Mannes dessen Bruder gerade in großer Gefahr ist. Er wird am meisten erreichen, wenn er seine Chance hier nutzt und seinen Weg weitergeht. So schwer das an vielen Tagen mit Sicherheit ist.</p>



<p>Ich freue mich euch in folgenden Texten viele dieser Menschen vorstellen zu dürfen. Und vielleicht wird durch diese Geschichten auch deutlich, wie komplex das Thema der Integration ist. Es lässt sich nicht an wenigen Beispielen erklären. Ich möchte trotzdem meine Erfahrungen mit euch teilen – freut euch auf Geschichten aus meinem Arbeitsalltag, die euch mit Sicherheit zum Lachen und zum Nachdenken bringen werden.</p>
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		<title>&#8222;Menschen sollten immer zuerst ihr Herz fragen, bevor sie sprechen&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2020 06:12:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich möchte euch Laila vorstellen. Zu unserem Treffen für das Interview kommt sie direkt von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich möchte euch Laila vorstellen. Zu unserem Treffen für das Interview kommt sie direkt von ihrer Ausbildungsstelle – seit einem Jahr arbeitet sie in einer Zahnarztpraxis. Und das obwohl sie kein Blut sehen kann. Aber dazu später mehr. Wir sitzen in einem Café, draußen. Reden wie gute Freundinnen über die letzten schwierigen Monate durch Corona. Ich freue mich sehr, sie wiederzusehen und noch mehr, dass ich ihre Geschichte erzählen darf.</p>



<p>Laila ist besonders – ihre Geschichte ist besonders. Wie viele andere kam sie im November 2015 mit ihrer Mutter und ihrem Schwager nach Deutschland. Insgesamt drei Wochen war sie auf der Flucht. Eine Woche mussten sie in der Türkei warten, bis sie eines der Boote nach Griechenland nehmen konnten. Ihr Vater sei in Syrien geblieben. Warum? Er will die Heimat nicht verlassen; die Mutter und Tochter müssen alleine fliehen. Eine unglaubliche Vorstellung für mich – ich schaue immer wieder zu Laila, etwas besorgt unser Gespräch könnte sie zu sehr aufwühlen. Aber sie erzählt völlig klar und mit tapferer Stimme. Die Entscheidung Syrien zu verlassen hatte einen bitteren Grund. Laila wurde auf dem Weg zur Schule von einem fremden Mann entführt – die Passanten konnte nichts tun, der Entführer hatte eine Pistole. Es ginge nur um das Lösegeld, welches er von Lailas Familie verlangte. Nach einer Woche konnte ihr Vater das Geld auftreiben und seine Tochter wieder in die Arme schließen. Seit diesem Moment konnte Laila sich nicht mehr sicher fühlen. Wäre sie in ihrer Heimat geblieben, hätte sie das Haus nie mit einem guten Gefühl verlassen können.</p>



<div class="quote">Hier in Deutschland habe ich mich endlich wieder sicher gefühlt.<p class="quote-author">Laila</p></div>



<p>Das Gefühl, ohne die Angst verfolgt zu werden auf der Straße zu laufen, bedeutete Freiheit. Alles andere war neu &amp; fremd. „Ich dachte mir damals, diese Sprache werde ich niemals lernen“, sagt sie und lacht. Du hast es geschafft, Laila – ich verstehe alles was du sagen möchtest und noch viel mehr. Die Zeit in der Flüchtlingsunterkunft mit vielen Bewohnern aus verschiedenen Ländern wäre hart gewesen. Es war eng, man teilte sich dasselbe Badezimmer und die Küche. Die Sauberkeit der Mitbewohner lies mehr als zu wünschen übrig. Ganz begeistert allerdings war Laila von der Offenheit der Deutschen. „Hier werden wir akzeptiert. Viele Syrer sind nicht so offen untereinander, wie es die Deutschen uns gegenüber sind.“ </p>



<p class="big-text "> Ich freue mich, dass sie das sagen kann. Von Herzen wünsche ich ihr, dass sie hier ankommen kann.</p>



<p>Wenn sie über ihre Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten spricht, lacht sie. „Ich kann jetzt sogar fast ohne Probleme Blut sehen“. Ich fasse es nicht – fast ein Jahr ist sie regelmäßig umgekippt beim Anblick von Blut. Durch viel Übung und einen verständnisvollen Chef, hat sie auch dieses Problem überwunden. Schon zu Beginn ihrer Ausbildung hat Laila bewiesen, dass sie wirklich ankommen möchte. Ihr damaliger Chef bat Laila das Kopftuch während der Arbeitszeit in der Praxis abzulegen – es wäre leichter für sie. Der Entschluss das Kopftuch tatsächlich nicht mehr zu tragen, ist ihr nicht schwergefallen. </p>



<div class="quote">Ich trage meinen Glauben im Herzen. Er muss nicht von außen sichtbar sein.<p class="quote-author">Laila</p></div>



<p>Für ihre Mutter allerdings war es sehr schwer. Sie hatte Angst, ihre Tochter wendet sich von ihrem Glauben ab. Sehr schnell hat sie aber erkannt, dass ihre Tochter auch ohne Kopftuch noch dasselbe zuverlässige, liebenswerte und freundliche Mädchen ist, das sie davor auch schon war. Es wäre wichtig, Deutschland nicht mit der Heimat zu vergleichen, meint Laila. Vielen würde das schwerfallen. Eine andere Kultur, eine andere Religion. Aber es ist einfach notwendig, wenn man ein Leben in einem anderen Land beginnt. „Das allerwichtigste ist aber die Sprache“, sagt Laila, deren größte Angst es war diese niemals zu lernen.</p>



<p class="big-text "> Wenn wir in zehn Jahren hier wieder gemeinsam sitzen, in einem Café an einem Montagabend, wie sieht dann wohl Lailas Leben aus?</p>



<p>Diese Frage stelle ich ihr. Laila muss kurz überlegen. „Ich arbeite auf jeden Fall im medizinischen Bereich, habe eine Weiterbildung gemacht. Vielleicht habe ich dann ein Kind – dann bin ich 33 Jahre alt.“ Ich bin nach diesem Gespräch noch mehr von dieser jungen, bezaubernden Frau beeindruckt. Sie hat ihren Weg gefunden und dafür sehr an sich gearbeitet. Ihr Appell an andere junge Frauen aus Syrien: „Lernen, studieren, eine Arbeit haben – nicht Hausfrau sein.“ Das Leben mit Arbeit ist besser, als nur zu Hause zu sein. Der Kontakt mit anderen habe sie stärker gemacht – von innen. Sie hat gelernt selbstständig ihre Entscheidungen zu treffen – und bisher könnte sie es nicht besser gemacht haben.</p>



<p><em>Liebe Laila, dein Satz „Menschen sollten immer zuerst ihr Herz fragen, bevor sie sprechen“, hat mich besonders berührt. Du machst das auf jeden Fall. Ich bin wirklich unglaublich stolz auf dich, dass du während unserer gemeinsamen Arbeit so oft bereit warst, deine Entscheidungen zu überdenken und neue Wege zu gehen. Ich wünsche dir und deiner Familie ein friedliches und glückliches Leben. Danke, dass du hier bist!</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nevermindblog.de/menschen-sollten-immer-zuerst-ihr-herz-fragen-bevor-sie-sprechen/">&#8222;Menschen sollten immer zuerst ihr Herz fragen, bevor sie sprechen&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://nevermindblog.de">Nevermind Blog</a>.</p>
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		<title>Girls support girls</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2020 05:27:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich beobachte immer wieder, wie schnell wir Frauen in eine Art Konkurrenz zueinander treten. Wie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nevermindblog.de/girls-support-girls/">Girls support girls</a> erschien zuerst auf <a href="https://nevermindblog.de">Nevermind Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich beobachte immer wieder, wie schnell wir Frauen in eine Art Konkurrenz zueinander treten. Wie schnell wir dazu tendieren, uns miteinander zu vergleichen. Sie hat die längeren, schöneren Haare. Sie hat die bessere Figur. Sie sieht auf jedem Bild perfekt aus. Sie lacht so wunderschön. Ja, das ist alles oberflächlich. Das sind rein optische Vergleiche. Aber das ist nun mal das Erste was wir sehen. </p>



<p>Und da sind wir mit uns ganz besonders kritisch. In unserem Spiegel und in dem Licht in unserer Wohnung sehen wir einfach nicht so aus, wie wir das gerne hätten. Es könnte alles straffer, dünner, strahlender und einfach perfekter sein. Aber warum eigentlich? Weil wir denken, die Frau in der Werbung, bei Instagram oder im Film ist das Ideal? Ich denke, wir können uns alle diese Frauen als Vorbild nehmen. Aber auf keinen Fall wegen ihres Aussehens, wegen ihrer langen, schlanken Beine oder der perfekten Haut. Nein. Wir sollten uns diese Frauen als Vorbild nehmen, weil sie für etwas gekämpft haben. Weil sie sich für das was sie lieben einsetzen. Weil sie ihren Weg gehen. Und dafür mit Sicherheit hart gearbeitet haben – sind wir mal ehrlich, wer von uns trainiert schon täglich für den perfekten Traumkörper. Hinter jedem dieser Bilder steckt viel Arbeit, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Und genau dafür sollten wir diese Frauen bewundern und unterstützen. </p>



<p>Und wir alle haben so viele Potenziale, die wir nutzen könnten. Und für die uns mit Sicherheit auch irgendeine andere Frau bewundert. </p>



<p class="big-text "> Das wichtigste ist aber, dass wir zusammenhalten und uns gegenseitig anfeuern.</p>



<p>Für all das was die Generationen vor uns erkämpft haben. Dass wir sein können, wer immer wir wollen. Alles werden können, was wir sein wollen. Keine Ideale und Klischees mehr erfüllen müssen – wenn wir nicht wollen. Und weil das noch lange nicht auf der ganzen Welt der Fall ist, müssen wir weiter dafür einstehen. Jeder von uns bestimmt selbst, was uns als Frau ausmacht. Und wie so oft, liegt Schönheit im Auge des Betrachters. Und was ich persönlich besonders schön finde, sind Frauen, die sagen was sie wollen, die sich trauen anders zu sein. Ich wünsche mir keinen Neid, sondern Rückhalt. Ich wünsche mir, dass Frauen sich genauso unterstützen, zujubeln &amp; anfeuern wie Männer es eigentlich fast immer tun. Wir sind alle gemeinsam so stark und können einen Unterschied machen. </p>



<p>Wir können füreinander, miteinander und nicht gegeneinander die Welt verändern. Ich kenne so viele starke, einzigartige Frauen. Jede ist auf ihre Art und Weise besonders. Ich danke euch allen für die Inspiration die ihr für mich seid. Allen meinen Freundinnen, für ihre Kraft und Stärke für die ihr steht. Ihr seid einzigartig. Und gemeinsam sind wir unschlagbar. </p>
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		<title>Gedanken, Menschen &#038; Geschichten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Isabel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2020 12:37:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lange Zeit war es mein großes Geheimnis. Bisher hatte ich es ganz alleine für mich. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nevermindblog.de/nevermind-gedanken-menschen-geschichten/">Gedanken, Menschen &#038; Geschichten</a> erschien zuerst auf <a href="https://nevermindblog.de">Nevermind Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Lange Zeit war es mein großes Geheimnis. Bisher hatte ich es ganz alleine für mich. Es gab viele Gründe, warum ich es für mich behalten wollte. Vielleicht war es die Angst. Ganz sicher aber war es Unsicherheit. Doch mit der Zeit wurde der Wunsch immer größer, meine Texte zu teilen.<br>Ich schreibe diese Texte, um loszulassen. Um Dinge zu verarbeiten. Um meine Gedanken zu ordnen. An vielen Tagen hat mich das Schreiben getröstet. Vor allem aber war es, als könnte ich mir alles von der Seele schreiben. Ich bin ein Mensch, der sich sehr viele Gedanken macht. Ich bin sensibel. Ich nehme alles um mich herum sehr intensiv wahr. Über was ich mir schon den Kopf zerbrochen habe. Einen ganzen Roman könnte ich schreiben. Aber das möchte ich gar nicht. Es ist an der Zeit, etwas zu teilen. Für mich ist es nicht irgendetwas, für mich sind es sehr viele persönliche Geschichten. Vielleicht erkennst du dich in der ein oder anderen Geschichte wieder. Vielleicht inspirieren dich meine Gedanken oder die Menschen, von denen ihr auf diesem Blog lesen werdet. Die Idee für meinen Blog entstand schon vor vielen Monaten. Den Entschluss diese Idee in die Tat umzusetzen habe ich gefasst, als ich mir mal wieder viel zu viele Gedanken gemacht habe.</p>



<p class="big-text "> Und wenn es keinen interessiert, was ich schreibe?<br>Was, wenn ich belächelt werde?<br>Es gibt doch schon so viele Blogs, so viele inspirierende Menschen.</p>



<p>Ja, es könnte passieren, dass niemand meine Texte liest. Es könnte auch sein, dass ich nicht ernst genommen werde. Und ja, es gibt unglaublich viele andere Blogger. Aber mich – mich gibt es noch nicht. Ich mache mir nichts aus den Zweifeln und Unsicherheiten – NEVERMIND. Ich weiß nicht wo die Reise hingeht, aber wer weiß das denn schon? Ich möchte dich gerne auf diese Reise mitnehmen. In meine Gedanken. In meine Geschichten – aus meinem Leben. Ich möchte dir Menschen vorstellen, die mich inspirieren. Dinge mit dir teilen, die mich bewegen. Ich freue mich riesig, wenn du mit dabei bist. Auf die Zukunft. Auf alles was da kommt.</p>
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